Sport im Landkreis

Bittere Niederlage in Trier

Oettinger Rockets kommen ohne Punkte zurück

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Seit dem 21. November 2015 wissen die Oettinger Rockets, wie herrlich es sich anfühlt, wenn in einem Auswärtsspiel beim Ertönen der Schlusssirene der allerletzte Wurf fällt, der den Sieg bedeutet. Damals schoss Kapitän Marco Völler sein Team mit einem Buzzer Beater zum Erfolg bei den Kirchheim Knights (60:59). Heute hätte den Gothaern in der dramatischen Crunch-Time ein ähnliches Husarenstück gelingen können – doch es sollte nicht sein. Deshalb hatten am Ende die Gladiators Trier mit 77:76 (42:48) die Nase vorne und feierten ausgelassen ihren zweiten Sieg gegen die Rockets. Während die Mannschaft von Head Coach Chris Ensminger weiter auf Rang vier der Tabelle liegt, kehrte Trier nach Abschluss der Samstagspiele auf Platz sieben zurück und bekräftigte somit eindrucksvoll seine Ambitionen auf einen Playoff-Platz.

Die Partie in Trier wies erstaunlich viele Parallelen zum Hinspiel auf, das die Gladiators in der „Blauen Hölle“ mit 76:67 gewonnen hatten. Wieder lieferten sich beide Teams von Anbeginn einen offenen Schlagabtausch, bei dem die Führung häufig wechselte.

Wieder konnten sich die Rockets kurz vor dem Seitenwechsel leicht absetzen – Gerard Gomilas Dreier zum 43:35 (17.) war gleichbedeutend mit dem höchsten Vorsprung im gesamten Spiel. Wieder ging es mit einer knappen Führung in die Pause (48:42 / Hinspiel 38:33).

Wieder konnten die Gothaer nach dem Seitenwechsel nicht an die gute erste Halbzeit anknüpfen, in der sowohl Joe Lawson (15 Punkte) als auch Marco Völler (12) kaum zu bremsen waren und die Rockets mit einer Dreier-Quote von 70 Prozent (7 von 10) glänzten.

Wieder verloren die Gothaer in der zweiten Halbzeit schleichend die Kontrolle und letztlich das Spiel – dieses Mal jedoch viel knapper als noch Ende November. Ungeachtet dessen hatten die Gladiators schon damals ihre Klasse und vor allem ihr großes Kämpferherz bewiesen – dieses Mal kam noch die entscheidende Portion „Glück des Tüchtigen“ hinzu.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte damals wie heute Triers Power Forward Dwayne Evans: Der US-Amerikaner legte mit 15 Punkten und zehn Rebounds erneut ein Double-Double (Hinspiel: 23 / 10) auf; allein acht Zähler und fünf Rebounds steuerte er im Schlussdurchgang bei und war somit abermals ein wichtiger Faktor im Spiel der Mannschaft von Head Coach Marco van den Berg.

Hingegen waren auf Seiten der Rockets einmal mehr die Turnover der Gradmesser für den Verlauf der Partie. Fünf Ballverlusten in der gesamten ersten Halbzeit standen zwölf in der zweiten gegenüber. Vor allem in diesen Zahlen spiegelt sich die fehlende Kontinuität wider – das machte sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel besonders in der Offense bemerkbar. Hier gelang den Gothaern in den ersten knapp fünf Minuten nur ein einziger Punkt. Zwar lief es auch bei den Gladiators in dieser Phase keineswegs rund – dennoch konnten sie wieder ausgleichen (49:49 / 25.).

Direkt im Anschluss drehte dann Carlton Guyton auf. Er markierte neun Gothaer Punkte am Stück und brachte sein Team wieder auf Kurs. Folglich ging’s mit einer knappen Führung (61:56) in den Schlussabschnitt, in dem den Rockets das Momentum jedoch abermals entglitt. Knappe vier Minuten vor Ultimo brachte Center Justin Raffington die Gladiators mit zwei verwandelten Freiwürfen erstmals seit dem 33:32 (15.) wieder in Führung (68:66 / 36.). Ruffington war es schließlich auch, der – ebenfalls von der Linie – die beiden letzten Punkte erzielte, die am Ende den Ausschlag gaben über Sieg und Niederlage.

„Das ist eine sehr ärgerliche Niederlage für uns – allerdings müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen“, sagte Rockets-Coach Chris Ensminger nach der Begegnung. „Wir haben vor allem in der Offense wieder zwei Gesichter gezeigt, nicht konstant und konzentriert genug gespielt, was sich am deutlichsten im Anstieg der Ballverluste nach der Pause ablesen lässt. Ungeachtet dessen war es ein solides Spiel gegen eine sehr heimstarke Mannschaft, in dem uns einige Male das berühmte Quäntchen Glück fehlte – nicht nur am Ende. Dennoch müssen wir auch aus einem solchen Spiel lernen, damit wir es nächste Woche besser machen können!“

Möglicherweise kann beim Auswärtsspiel gegen die HEBEISEN White Wings Hanau am kommenden Samstag Max DiLeo sein Comeback geben. Der Guard der Rockets, der seit Anfang November aufgrund einer Bauchmuskelverletzung pausieren musste, ist vor wenigen Tagen wieder komplett ins Mannschaftstraining eingestiegen und befindet sich auf einem sehr guten Weg.

Gladiators Trier – Oettinger Rockets Gotha 77:76 (42:48)

Viertel: 22:20 / 20:28 (42:48) / 14:13 (56:61) / 21:15 (77:76)

Gladiators Trier: Breiling (9:35 Minuten / 0 Punkte / 2 Assists / 1 Rebound), Smit (22:20 / 6 / 4 / 2), Evans (21:47 / 16 / 0 / 10), Schmitz (18:42 / 5 / 4 / 1), Weber (2:13), Dahlem (nicht eingesetzt), Ahelegbe (29:18 / 15 / 0 / 2), Raffington (25:14 / 13 / 0 / 4), Eggleston (22:11 / 9 / 1 / 3), Herrera Kratzborn (20:16), Spearman (28:24 / 13 / 3 / 2)

Oettinger Rockets Gotha: Guyton (29:47 Minuten / 17 Punkte / 1 Assist / 1 Rebounds), Riewer (21:33 / 6 / 5 / 2), Razis (26:33 / 5 / 4 / 3), Durant (2:49), Dejworek (nicht eingesetzt), Lodders (12:06 / 0 / 0 / 1), Woods (11:29 / 0 / 1 / 2), Johnson (25:02 / 4 / 0 / 1), Lawson (23:00 / 15 / 1 / 6), Völler (26:52 / 20 / 1 / 5), Gomila (20:49 / 9 / 3 / 3)

Zweier Trier: 25 von 44 (57 Prozent)
Zweier Gotha: 19 von 33 (58 Prozent)

Dreier Trier: 4 von 13 (31 Prozent)
Dreier Gotha: 3 von 15 (20 Prozent)

Freiwürfe Trier: 15 von 17 (88 Prozent)
Freiwürfe Gotha: 14 von 21 (67 Prozent)

Punkte von der Bank Trier: 13
Punkte von der Bank Gotha: 14

Rebounds Trier: 27 (9 Offense / 18 Defense)
Rebounds Gotha: 25 (5 Offense / 20 Defense)

Assists Trier: 14
Assists Gotha: 16

Ballverluste Trier: 14
Ballverluste Gotha: 17

Ballgewinne Trier: 9
Ballgewinne Gotha: 4

Zuschauer: 1557

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