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Archiv für Juli 31st, 2011

davidortmann

Sonntag, den 31. Juli 2011

Tagesdienst, verantwortlicher Redakteur: David Ortmann

Gott sei Dank! Laut ARD Weltspiegel stehen Demokraten und Republikaner in Washington vor einem Kompromiss im Finanzchaos. Sollte bis zum 2. August keine Einigung gelingen, geht den USA unweigerlich das Geld aus. Das hätte unabsehbare Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Aber nun: Die Rettung am letzten Tag. Die Schuldengrenze soll um 2,1 bis 2,4 Billionen Dollar erhöht werden. Damit ist die größte Volkswirtschaft gerettet – nicht pleite. Vorerst. Ein Herzschlagfinale. Politik made in USA erinnert in diesen Tagen vor allem an Hollywood.

Zurück zum Weltspiegel: Nächster Beitrag. Kuba liberalisiert die Wirtschaft und revolutioniert sozusagen die Revolution. Die Menschen in dem arg gebeutelten Land jubeln. Schließlich ist nicht nur Havanna in den vergangenen 52 Jahren sozialistischer Mangelwirtschaft zu einer Ruinenstadt verkommen. Aber: Immer mit der Ruhe. Raul Castro lässt es langsam angehen, die „junge“ Hoffnung des Karibikstaates hat Zeit. Zumindest mehr Zeit als zwei Tage. Und damit mehr als der große Nachbar im Westen. Den haben ja die gierig kapitalistischen Banken in den Ruin getrieben.

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davidortmann

Sonntag, den 31. Juli 2011

Tagesdienst, verantwortlicher Redakteur: David Ortmann

Gott sei Dank! Laut ARD Weltspiegel stehen Demokraten und Republikaner in Washington vor einem Kompromiss im Finanzchaos. Sollte bis zum 2. August keine Einigung gelingen, geht den USA unweigerlich das Geld aus. Das hätte unabsehbare Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Aber nun: Die Rettung am letzten Tag. Die Schuldengrenze soll um 2,1 bis 2,4 Billionen Dollar erhöht werden. Damit ist die größte Volkswirtschaft gerettet – nicht pleite. Vorerst. Ein Herzschlagfinale. Politik made in USA erinnert in diesen Tagen vor allem an Hollywood.

Zurück zum Weltspiegel: Nächster Beitrag. Kuba liberalisiert die Wirtschaft und revolutioniert sozusagen die Revolution. Die Menschen in dem arg gebeutelten Land jubeln. Schließlich ist nicht nur Havanna in den vergangenen 52 Jahren sozialistischer Mangelwirtschaft zu einer Ruinenstadt verkommen. Aber: Immer mit der Ruhe. Raul Castro lässt es langsam angehen, die „junge“ Hoffnung des Karibikstaates hat Zeit. Zumindest mehr Zeit als zwei Tage. Und damit mehr als der große Nachbar im Westen. Den haben ja die gierig kapitalistischen Banken in den Ruin getrieben.

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MDR SOMMERNACHTSBALL

“Schick anziehen ist angesagt!”

Vom 16.07. bis 13.08. verwandeln sich fünf attraktive Plätze in Thüringen (in Schleiz, Wiehe, Schleusingen, Thalbürgel und Ohrdruf), jeweils samstags von 19 bis 24 Uhr, in „Open-Air-Ballsäle". Ein Sommerrestaurant, fast 1000 Sitzplätze (Festzeltgarnituren mit Tischdecken und Tischschmuck), eine Tanzfläche und ein geschmückter Veranstaltungsplatz unterstreichen das Niveau der Veranstaltung.

MDR 1 RADIO THÜRINGEN und das MDR THÜRINGEN JOURNAL berichten live von den MDR THÜRINGEN-Sommernachtsbällen. Bereits 18 Uhr werden die ersten Gäste von „Ball-Moderator" Mathias Kaiser, Radio- und Fernsehredakteuren, Reportern und Moderatoren begrüßt. Die Ballgäste können die Proben für die „Live-Schalten" miterleben und erfahren, welche Technik, Übertragungswagen, Kameras und Mikrofone wofür benötigt werden. Auf einer großen LED-Videowand kann man das MDR THÜRINGEN JOURNAL, die Live-Einblendungen und die Höhepunkte des MDR THÜRINGEN-Sommernachtsballs im Laufe des Abends verfolgen.

Die Pallas Show Band, ein Orchester der deutschen Spitzenklasse, in „7-Mann- und 2-Damen-Besetzung", sorgt dafür, dass die Gäste Ihrer Tanzlust freien Lauf lassen können. Mit einer neu konzipierten Tanz-Show begeistern die ehemaligen Süddeutschen Meister, Eugen  und Ksenia Khod. Beliebte MDR THÜRINGEN-Moderatoren kann man persönlich kennenlernen. Und Tante Luise und Herr Kurt versprechen, dass am Ende jeder sagt: „So ein schönes Fest! Was hab' ich gelacht!"

Ebenfalls 18 Uhr öffnet das Freiluft-Restaurant mit umfangreicher Speisekarte. Gerichte werden vor Ort frisch zubereitet. Die Getränkeauswahl ist reichhaltig. Spezielle Drinks werden an einer Cocktailbar gemixt.

Der Ballzauber - Showteil der Stadt

Ein besonderer Höhepunkt ist der „Ballzauber", eine „zauberhafte Idee" der jeweiligen Gastgeberstadt. Die Idee wird „7 nach 7" den Gästen des MDR THÜRINGEN-Sommernachtsballs, den Hörern von MDR 1 RADIO THÜRINGEN und den Zuschauern des MDR THÜRINGEN JOURNALS vorgestellt und bis „10 vor 10" realisiert. Gegen 22 Uhr präsentiert Ohrdruf den „Ballzauber".

Publiziert am 31. Juli 2011, 17.12 Uhr


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BUNDESFREIWILLIGENDIENST

Freiwillige mit Sozialkompetenz gesucht

Personen mit ausgeprägter Sozialkompetenz sucht das Landratsamt Gotha für den Einsatz im Förderzentrum Lucas Cranach sowie in der Regenbogenschule.

Möchten Sie Ihre Zeit sinnvoll nutzen?


• Wissen Sie noch nicht, welche Ausbildung zu Ihnen passt?
• Haben Sie zwischen sechs und 18 Monaten Zeit, in der Sie sich für das Allgemeinwohl engagieren möchten?
• Finden Sie zurzeit keinen geeigneten Ausbildungs- bzw. Studienplatz oder müssen noch darauf warten?
• Sind Sie eine Weile aus dem Joballtag ausgestiegen, z. B. wegen einer Kinderpause, und möchten ohne Druck neue Erfahrungen und Referenzen sammeln?
• Möchten Sie eine Lern- oder Alltagspause einlegen und diese praktisch füllen?
• Haben Sie Ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt?


Werden Sie Freiwilliger im Bundesfreiwilligendienst, denn…


• Sie können wertvolle Erfahrungen sammeln und interessante Menschen kennenlernen und sich in Ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln!
• Sie legen den ersten Stein für die Zukunft in einem sozialen Beruf, denn der Bundesfreiwilligendienst kann als Praktikum anerkannt werden!
• Sie erhalten ein Taschengeld und zusätzlich eine Aufwandsentschädigung für Unterkunft und Verpflegung!
• Bei den Sozialversicherungen ist der Bundesfreiwilligendienst einem Ausbildungsverhältnis gleichgestellt, es werden Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gezahlt!


Das Landratsamt Gotha sucht Freiwillige im sozialen Bereich für die Einsatzstellen im Regionalen Förderzentrum „Lucas-Cranach-Schule“ und der Förderschule für Geistigbehinderte Gotha „Regenbogenschule“.


Ihre aussagefähige Bewerbung können Sie ab sofort richten an das Landratsamt Gotha, Rechts-/Personalamt, 18.-März-Straße 50, 99867 Gotha.


Publiziert am 31. Juli 2011, 16.12 Uhr

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IM DIALOG MIT DEN BÜRGERN

Postkartenaktion für die Erzählwand in der Ausstellung “Schwarz-Rot-Gold”

„Die Ausstellung zu Schwarz-Rot-Gold war von Anfang dialogisch angelegt, sie soll sich durch das Gespräch mit den Besuchern verändern und weiterentwickeln“, sagt Dr. Matias Mieth, der Direktor des Stadtmuseums. Und um dieses Gespräch zu erreichen, hat das Stadtmuseum 2500 Postkarten mit Köpfen drucken lassen, die bis jetzt nicht in der Ausstellung auftauchen. Sechs Motive – von Siegmund Jähn bis Helmut Kohl – werden den Jenaern vorgeschlagen.
Vorschläge eben, weitere Ideen sind gefragt. Wer hat in der Geschichte etwas mit den deutschen Nationalfarben zu tun? Wer sollte auf der Erzähltapete im Stadtmuseum zu sehen sein?
Während der nächsten zwei Monate erwartet das Stadtmuseum die Vorschläge und Hinweise der Bürger „Im Herbst wollen wie ein Resümee ziehen und entweder die Diskussion eröffnen oder die Ergebnisse der Umgestaltung der Ausstellung präsentieren“, sagt Mieth.
Die Ausstellung „Schwarz-Rot-Gold – Die deutschen Farben aus Jena“ ist seit dem 3. Oktober des vergangenen Jahres im Stadtmuseum zu sehen. Dort sind zwei Räume mit der „Erzähltapete“ dekoriert. Auf dieser sind 17 Köpfe zu sehen, von Willy Brandt bis Clara Zetkin, auch Gorbatschow befindet sich unter den abgebildeten Persönlichkeiten, die etwas mit den deutschen Nationalfarben zu tun haben. „Schon bei der Auswahl damals haben wir festgestellt, dass es sehr verschiedene Assoziationen in diesem Zusammenhang gibt, etwa bei Jung und Alt, bei Menschen aus Ost und West oder auch bei den Machern aus Österreich auf der einen und Deutschland auf der anderen Seite“, sagt Matias Mieth. Das Thema der Nationalfarben polarisiere bis heute.
Aus diesem Grund sucht das Museum jetzt den Dialog mit Bürgern. Die Vorschläge mit Begründung können ganz einfach im Stadtmuseum abgegeben werden. „Wir könnten uns auch Gesprächrunden mit Interessenten vorstellen, wir sind bereit, die Ausstellung zu ändern, zu ergänzen. Ich bin gespannt auf die Ideen der Bürger unserer Stadt, in der die Geschichte von Schwarz-Rot-Gold ihren Anfang genommen hat“, sagt Mieth.


Publiziert am 31. Juli 2011, 11.46 Uhr 

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STIPENDIATEN IN DER VILLA ROSENTHAL

Nancy Hünger und Jörg Hamann werden sechs Monate in Jena arbeiten

Nancy Hünger und Jörg Hamann arbeiten jetzt in der Villa Rosenthal. Die Stadt und ihre nähere Umgebung werden die Themen für die beiden neuen Clara-und-Eduard-Rosenthal-Stipendiaten sein. Seit Anfang Juli leben der Fotograf und Maler Jörg Hamann und die Lyrikerin Nancy Hünger in der Rosenthal-Villa.
 
 
Jörg Hamann, zu dessen Spezialgebieten die Nachtfotografie gehört, wurde aus 270 Bewerbern als dritter Stipendiat für Bildende Kunst ausgewählt. Die Lyrikerin Nancy Hünger wird von Juli bis Dezember in der Villa leben und arbeiten. Nancy Hünger wird als bestes und jüngstes thüringisches Nachwuchstalent im Bereich der Lyrik bezeichnet. Sie wurde aus 52 Bewerbern ausgewählt.
Beide kennen Jena bereits gut. Der Rostocker Hamann hat in Jena eine Ausbildung zum Optiker absolviert, die Weimarerin Hünger studierte in Jena. „Ich habe schon die ersten Aufnahmen von den Saale-Brücken geschossen, war auf dem Johannisfriedhof – Jena wird auf jeden Fall im Zentrum meiner Betrachtungen stehen“, sagt Jörg Hamann. Viel sei ihm aus Jena noch vertraut, natürlich sei auch vieles neu, habe sich in den letzten 20 Jahren entwickelt. Nicht alles gefalle ihm, auch dies werde sich ganz sicher in den Arbeiten des nächsten halben Jahres wiederfinden. Auch Nancy Hünger möchte ihre literarische Arbeit auf Jena fokussieren, auch wenn Lyrik wohl immer eine Literatur für ein eher kleines Publikum bleiben werde.
Dr. Caroline Buchartowski, die Leiterin der Rosenthal-Villa, freut sich auf die Arbeiten der Stipendiaten für Bildende Kunst unf für Literatur. „Wenn sie mit anderen Augen auf Jena schauen, werden sie uns damit den Blick weiten, das wird ein Zugewinn für uns“, sagte sie. Und Dr. Margret Franz, die Werkleiterin von Jenakultur, fügt hinzu: „Ich finde die Vorhaben sehr spannend, schließlich wollen wir als Stadt nicht nur Beifall erheischen, sondern auch Kritisches erfahren.“
Publiziert am 31. Juli, 11.37 Uhr

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spelda

"NEUESTE TECHNIK IST NICHT ALLES"

Wie der Tabarzer Profi-Fotograf Wolfgang Spelda auf moderne Zeiten reagiert

Oscar-Lesern dürfte der Name Spelda geläufig sein. Zumindest die Fotos von Wolfgang Spelda kennt wohl jeder – und zwar von Oscars Seite sechs. Richtig. Das Model des Monats ist eine Produktion des Tabarzer Fotostudios, die seit sechs Jahren mit erotischen Fotografien zur optischen Aufwertung unseres Lokal-Magazins beiträgt. Ist ja auch kein Wunder, denn Spelda ist ein Profi. Ein Meister seines Fachs ...

Und das ist wörtlich gemeint. Denn der 56-jährige gelernte Fotograf darf sich Handwerksmeister nennen – und kann auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken. Seit 1990 führt er das Geschäft gemeinsam mit seiner Frau Gabi.
Doch begonnen hat er seine Karriere viel früher. Eigentlich wurde ihm der Foto-Job schon in die Wiege gelegt. „Ich wollte schon von klein auf Fotograf werden. Das kam nicht zuletzt über mein Elternhaus!“ Bereits 1967 haben die Eltern von Wolfgang Spelda das Fotostudio in Tabarz eröffnet.

Kein Wunder also, dass der damals 12-Jährige schon früh mit dem Fotografieren begann. Sein erstes Foto hat Spelda nämlich mit einer Camera Obscura (Lochkamera) gemacht – der Urahnin des modernen Fotoapparats.
Heute ist es kaum noch vorstellbar, wie einst die Bilder entstanden. Im Gegenteil: „Ohne modernste Technik geht es heute nicht. Die Anforderungen und das Qualitätsbewusstsein der Leute sind in den letzten Jahren unwahrscheinlich gestiegen. Jeder will heute so aussehen wie die Models in den eingängigen Journalen.“

Hat ein Foto-Meister da überhaupt noch eine Zukunft? Für Spelda ist das keine Frage – und Hightech eben nicht alles. „Das Geheimnis eines guten Fotos liegt im Zusammenspiel von vielen Aspekten. Besonders wichtig ist für mich beim Fotografieren von Menschen die Kommunikation zwischen Fotograf und Motiv“, verrät Wolfgang Spelda im Oscar-Gespräch.
Und was ist nun ein gutes Foto? „Gut ist ein Foto, wenn es lebt, also nicht gestellt wirkt, selbst wenn es das ist ...“
Und das kann jeder lernen? „Das technische Zusammenspiel kann jeder lernen, aber den Blick, das Gespür und das Gefühl für ein gutes Bild muss man im Blut haben“, meint Spelda dazu.

Doch trotz Erfahrung, Herzblut und Professionalität – die fortschreitende digitale Technik stellt heutzutage ganz neue Anforderungen an Profis wie Spelda. Denn gute Bilder lassen sich mit einer handelsüblichen Digitalkamera nahezu immer machen. Auch zum Entwickeln muss niemand mehr ein Fotostudio aufsuchen. Ist die Zeit der professionellen Fotografen deshalb dem Ende nahe? Spelda kennt diese Fragen – sie tauchen regelmäßig auf, auch im eigenen Kundenkreis. „Es ist natürlich kein Zuckerschlecken für ein Unternehmen, weil es sich ganz klar im Kundenfluss bemerkbar macht. Aber wir versuchen mit Qualität und kreativen Ideen dagegenzuhalten“, erklärt der Foto-Meister. „ Wie gesagt, Technik alleine macht noch keine schönen Fotos!“
Die Spezialität des Profi-Fotografen ist übrigens – wie Oscar-Leser bestimmt schon vermutet haben – Frauen von ihrer besten Seite zu zeigen. Doch die Akt-Fotografie ist nur eine Facette seines Könnens. „Auch alle anderen Motive sind für uns kein Problem. Ob Porträts, Hochzeiten oder Architektur – wir fotografieren alles – und mit bester Qualität!“, erzählt Spelda stolz.

Wirklich alles? Ein einziges Mal habe er dann doch schon einen Auftrag nicht angenommen. „Ein Mitglied einer rechtsradikalen Partei wollte mal ein Foto für ein Wahlplakat bei mir machen lassen. Aber ich mache keine Wahlwerbung für rechtsextreme Parteien“, betont der Profi-Fotograf.

Bleibt die Frage nach dem schönsten Motiv der vergangenen Wochen? Jetzt lacht der Tabarzer herzlich: „Das dürfte unser Enkel sein!“ Wolfgang Spelda wurde Dienstag Opa. Glückwunsch!


Publiziert in der aktuellen Ausgabe von Oscar am Freitag

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Himmelfahrt 2011 018

DIE STEIGERWALLY – EIN ORIGINAL

Der Wirtin vom Steigerhaus in Gräfenhain steckt ihr Beruf im Blut

Ohne Zweifel gehört diese Frau zu den Thüringer Originalen – die Steigerwally, Wirtin des Steigerhauses in Gräfenhain. Warum diese Frau eine echte Marke ist, weiß Oscar-Redakteur Falk Böttger.

Steigerwally arbeitet im Wald. Ohne Wenn und Aber! Und zu ihr kommt man nur über die Steigerstraße in Gräfenhain, die Richtung Südwesten mitten in den Wald führt. Die Straße wird zunehmend schlechter, kein Haus weit und breit. Würden nicht immer wieder Schilder am Wegesrand darauf hinweisen, dass diese Straße zum Steigerhaus führt, würde so mancher Fahrer vermutlich schon wieder umkehren. Aber irgendwann lichtet sich der Wald – und das Steigerhaus kommt ins Bild.
Und da ist sie auch schon – eine blonde Frau mit Cowboy-Hut: „Hallo, ich bin die Steigerwally!“

Der Steigerwally sieht man sofort an, dass sie ein echtes Energiebündel ist. Das Lachen ist herzlich, der Händedruck fest. Kein Vorgeplänkel, das Gespräch kann sofort beginnen. Also gleich die erste Frage: Warum heißt die Steigerwally eigentlich Steigerwally?
„Ich wollte einfach einen besonderen Personenbezug zur Gaststätte schaffen. Steigerwally ist abgeleitet von Steigerhaus und Geierwally. Die Gäste fanden das so toll, als ich mich zum ersten Mal derart vorgestellt habe, dass ich den Namen beibehalten habe“, erklärt die 45-Jährige.

Beibehalten – mit allem Drum und Dran. Denn den Namen Steigerwally hat sich die Wirtin, die mit bürgerlichem Namen Andrea Fischer heißt, beim Patentamt in München schützen lassen.
Doch klar ist auch: Nur mit Patent wird niemand zur Marke, zum Original. Was steckt also dahinter? Bei Steigerwally ist das ein klarer Fall: Wesen und Auftritt sind hier eine Einheit. So arbeitet sie stets im besonderen Outfit, bestehend aus Tracht und Hut. „Für den Wiedererkennungswert!“, lacht sie auf Nachfrage. Und erzählt weiter: „Ohne das geht es einfach nicht. Insgesamt 27 Hüte in verschiedensten Farben hängen in meinem Schrank.“
Natürlich weiß die gebürtige Bad Liebensteinerin, dass dies nicht reicht, um eine Gaststätte mit Erfolg zu betreiben. Letztendlich entscheidet stets die Qualität. „Für mich ist das kein Problem, ich bin Gastwirtin mit Leib und Seele. Ein anderer Beruf kam nie für mich in Frage. In einem Büro wäre ich vermutlich schon nach drei Stunden krank“, erklärt die 45-Jährige, die ihren Beruf von der Pike auf gelernt hat. Sie ist Restaurantfachfrau und ausgebildete Barkeeperin.
Dennoch: Nur mit dem Zapfen von Bier und Bringen von Speisen ist der Job nun auch nicht getan. Das Wichtigste: die Unterhaltung der Gäste. Wahrlich kein Job für jedermann, wie auch die Steigerwally weiß: „Der Beruf muss einem schon im Blut stecken, man muss das Herz dafür haben!“

Dass sie nicht nur das Herz, sondern auch ein Händchen für Gastronomie hat, beweist die Erfolgsgeschichte des Steigerhauses. „Als ich das Gasthaus vor vier Jahren übernommen habe, war es eigentlich am Ende. Es kamen kaum noch Gäste. Ursprünglich wollte ich es auch gar nicht, weil ich überhaupt nicht auf Felle und Geweihe an der Wand stehe. Aber als ich es mir dann doch mal angeschaut habe, dachte ich: ‘Mensch, hieraus kannst du etwas machen’“, erinnert sich Andrea Fischer.
Und heute? Sie lacht. Denn „der Laden brummt“. Die unterschiedlichsten Gäste machen Rast im Steigerhaus: Busreisegruppen, Wanderer, Motorradfahrer, Familien, aber auch viele junge Leute. „Und einen ganzen Haufen Stammgäste haben wir auch“, sagt die Steigerwally stolz. Die Folge: An Feiertagen gehe ohne Vorbestellung überhaupt nichts mehr.
Bei soviel Arbeit bleibt kaum Freizeit. Schlimm? „Ganz sicher nicht. Denn die Arbeit macht mir riesigen Spaß.  Kein Wunder also, dass die Vollblut-Wirtin keinerlei Gedanken an die Rente hegt. Im Gegenteil: „Diesen Job mache ich bis zum bitteren Ende. Bestimmt werde ich eine der ältesten Wirtinnen Europas“, sagt sie lachend.
Auch Originale haben noch Ziele ...


Publiziert in der aktuellen Ausgabe von Oscar am Freitag

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SAMSTAG, 19.05.2012
Termine

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