Land & Leute

NABU-Analyse: Bundesländer sind unzureichend auf Rückkehr des Wolfes vorbereitet

Gelbe Ampel für den Wolf in Thüringen

Silvester Tamas

In einer Analyse des Naturschutzbundes (NABU) anlässlich des bundesweiten „Tag des Wolfes“ wird das Wolfsmanagement in Thüringen als befriedigend mit teils guten Grundstrukturen eingeschätzt. „Positiv ist natürlich zu bewerten, dass Thüringen als einziges Bundesland vor der Etablierung eines ersten Wolfsvorkommens einen Wolfsmanagementplan erstellt hat. Die Landesregierung darf sich aber auf diesem Papier nicht ausruhen. Es sollten jetzt schnellstens die formulierten Ziele, wie das Erstellen einer Entschädigungsrichtlinie, umgesetzt werden,“ fordert Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

150 Jahre nach seiner Ausrottung ist der Wolf nach Deutschland zurückgekehrt. Inzwischen leben in sechs Bundesländern wieder dauerhaft Wölfe, in 13 Bundesländern wurde er seit dem Jahr 2000 mindestens einmal nachgewiesen. Silvester Tamás (Bild), Sprecher der Arbeitsgruppe Wolf im NABU Thüringen sagt: „Der erste Wolf in Thüringen wurde am 01.11.2013 unweit von Jena mittels einer so genannten Wildtierkamerafalle dokumentiert. Zudem gab es auch schon früher erste Verdachtsfälle von durchwandernden Wölfen. Thüringen gehört zu den artenreichsten Tier- und Pflanzen-Habitaten Deutschlands. Derzeit gibt es zahlreiche Hinweise und Indizien dafür, dass wir in naher Zukunft mit einer dauerhaften „Rückkehr“ des Wolfes in weiten Teilen Thüringens rechnen müssen.“

Eigentlich sollten sich 14 Jahre nach der Rückkehr des Wolfes jedes Bundesland auf die Rückkehr des Wolfes eingestellt haben. Dass dem nicht so ist, zeigt die aktuelle Analyse des NABU. Anlässlich des bundesweiten „Tag des Wolfes“ bewertete der Naturschutzverband das Wolfsmanagement der Länder nach fünf Kriterien: Vorliegen und Vollständigkeit eines Managementplans, Monitoring, Unterstützung von Weidetierhaltern durch die Landesregierungen sowie entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. In Thüringen werden vor allem die unzureichende Unterstützung von Weidetierhaltern durch die Landesregierung und das Fehlen von Bildungsprojekten zum Thema Wolf bemängelt.

Nur zwei Länder – Sachsen und Brandenburg – sind demnach gut auf das Zusammenleben mit dem Wolf eingestellt. Sieben der 16 Bundesländer, unter denen sich auch Thüringen befindet, erhalten ein durchschnittliches Zeugnis – hier steht die Ampel für den Rückkehrer auf „Gelb“. Schlusslichter mit keinem oder unzureichendem Wolfsmanagement sind Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Saarland sowie die Stadtstaaten. Brandenburg und Sachsen als Spitzenreiter hatten zwar schon länger Zeit, das Zusammenleben mit dem Wolf wieder zu lernen. Doch auch durch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zogen nachweislich schon Wölfe hindurch.

Laut NABU ist das Ausharren der Landesregierungen unverständlich. Insbesondere Hessen und Nordrhein-Westfalen haben dringenden Nachholbedarf. Nach Einschätzung der Naturschützer ist es nur eine Frage der Zeit, bis die niedersächsischen Wolfsvorkommen weiter gen Süden wandern. Und auch die Stadtstaaten müssen sich, trotz ihrer urbanen Sonderstellung, besser auf den Wolf einstellen. Da Wölfe bereits am Stadtrand von Hamburg und Berlin gesichtet wurden, müssen auch sie möglichst schnell ein gutes Wolfsmanagement aufbauen.

Um das Zusammenleben mit den Wölfen zu regeln, gibt es beispielsweise neben Thüringen auch in Brandenburg und  Sachsen bereits Managementpläne. Jedes Bundesland muss damit rechnen, dass künftig dauerhaft Wölfe innerhalb ihrer Landesgrenzen leben werden. Daher müssen die Länder mit allen Beteiligten zusammenarbeiten: mit Schafzuchtverbänden, Naturschutz- und Jagdverbänden.

Um die Entwicklung des Wolfsbestandes in Deutschland besser im Auge zu behalten und von gegenseitigen Erfahrungen im Management zu lernen, müssen die Bundesländer zudem besser zusammenarbeiten. Der NABU sieht in einer bundesweiten „Kompetenzstelle Wolf“ die beste Lösung, den Schutz des Wolfes sicherzustellen. Hier sollten alle Daten zum Wolf erfasst und das Wolfsmanagement länderübergreifend koordiniert werden.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Silvester Tamás, Sprecher der Arbeitgruppe Wolf beim NABU Thüringen, Tel.: 036427/21726, Mobil: 01775573434 , E-Mail: info@felis-lupus.de

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