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Junge Mitteldeutsche Kammeroper gibt am 18. Febuar Gastspiel in Gotha

Colas, der Schauspieldirektor – ein Singspiel in vier Bildern nach W.A.Mozarts

„Bastien und Bastienne“ und „Colas, der Schauspieldirektor“ in einer Bearbeitung von Maximilian Hohmann

Ein kleines Theater in einer undefinierten Kleinstadt. Hier soll Mozarts Oper „Bastien und Bastienne“ aufgeführt werden. Der Intendant Colas lädt zum Vorsingen für die Rolle der Bastienne. Zwei Frauen, eine stolzer als die andere, finden sich ein und treten in den Wettstreit. Der ganz normale Theateralltag könnte man meinen, doch das Theater hat nicht nur mit der Rollenbesetzung zu kämpfen, sondern steht am existentiellen Abgrund. Die neue Produktion muss ein Erfolg werden, um das Bestehen des Hauses zu sichern.

Allerdings kämpfen die beiden Bewerberinnen nicht nur um die Hauptrolle: Monsieur Vogelsang, seines Zeichen Startenor, wird von beiden umworben und tut sich in seiner Entscheidung schwer, wählt aber letztendlich Madame Herz. Doch kurz vor der Premiere macht eine Erkältung dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung. Nun wird Ersatz gesucht.
Ob die Rivalin Mademoiselle Silberklang die Produktion durch ihr Einspringen retten kann?
Der Stoff ist wahrscheinlich so alt wie das Theater selbst. Die Satire auf die Launen und Ansprüche der Komödianten und Diven, ihre Rivalitäts- und Rangstreitigkeiten verflochten mit Liebeleien und Eifersüchten. Zu den bekanntesten Verarbeitungen zählt Mozarts „Der Schauspieldirektor“. In der ursprünglichen Form endet der Primadonnenkampf unentschieden mit dem leicht moralisierenden Finale „Jeder Künstler strebt nach Ehren, wünscht der einzige zu sein“. Für unser junges Ensemble bietet das Stück den Einstieg in das Genre Oper und ermöglicht uns eine neue, frischere Aufarbeitung der etwas antiquarisch wirkenden Theaterplänkelei.

Nach der Premiere in Leipzig kommt das Stück am 18. Februar (18 Uhr) ins Kulturhaus nach Gotha.

Warum Oper?

Im Zeitalter der digitalisierten Freizeitbeschäftigung kommen heranwachsende Menschen kaum noch mit dem Genre Oper in Berührung. Schnell stellt sich dabei die Frage, ob dieser Kontakt überhaupt wichtig für Bildung und Erziehung ist und für unser heutiges Leben relevante Fragen beantworten kann. Wir können diese Fragen für uns mit bestem Gewissen positiv beantworten. Die Verbindung von Musik und Theater in direkter Form ist eine der ältesten Kunstformen unserer menschlichen Zivilisation und wird auch heute noch beispielsweise im Film immer wieder neu erfunden.
Der Vorzug des Opernbesuches liegt jedoch in der unmittelbaren Wirkung der Kunst auf den Zuschauer. Man ist gezwungen, sich auf das Geschehen einzulassen und es zu hinterfragen. Es gibt keine Stopptaste und keine schnelle Alternative, um sich abzulenken. In unserer schnelllebigen Welt voller Probleme ist es umso wichtiger, sich die Zeit für Grundsätzliches des menschlichen Miteinanders und für die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit zu nehmen. Dafür bietet die Oper den Ort, die Zeit und das Miteinander, egal, welches Alter man erreicht hat.

Das Ensemble:

Die Junge Mitteldeutsche Kammeroper ist ein neues Opernensemble für junge angehende Nachwuchskünstler aus dem mitteldeutschen Raum und nimmt sich dieser Herausforderung an. Es besteht aus Sängern, Orchestermusikern, Dirigenten, Regisseuren, Bühnen-, Kostüm- und Maskenbildnern, Korrepetitoren, Dramaturgen und Kulturmanagern. Erklärtes Ziel ist es, pro Jahr mindestens ein Bühnenwerk selbst zu erarbeiten und öffentlich aufzuführen, um die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, sich auszuprobieren und Grenzen zu erweitern. Das Ensemble arbeitet dabei in Form einer Wanderoper und hat keine feste Spielstätte. Dazu kommt, dass die Mitglieder nicht nur in ihren Fachbereichen, sondern auch überall drum herum mit anpacken müssen, um das Vorhaben gelingen zu lassen. Somit kann jeder einen ungewöhnlich hohen Beitrag zum Gesamtkunstwerk Oper stiften. Da alle aus Freude an der Musik mitarbeiten, herrschen
Teamgeist und gute Laune.